Und wer ist nun die Böse Fee?
- UnDi

- 12. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Eigentlich ist es eine Unverschämtheit, auf das grandiose Ende des letzten Feenbeitrags noch irgendwas folgen zu lassen. Aber so ein Epilog ist ja gerade nach einem emotionalen Finale oft notwendige Nachsorge.
Märchen, Funke, Tolkien, Die Nebel von Avalon, Kinkel, Keun, Wolf, Douglass, die »Klassiker«, Murakami, Eco, Ovid, Meyer und Jemisin.
Welche von ihnen ist die böse Fee?
Nehmen wir es wörtlich, scheint die Antwort auf der Hand zu liegen. Aber so richtig diese Antwort sein mag, ist sie doch für das, was ich versucht habe, hiermit nachzuzeichnen, nicht zufriedenstellend.
Literarisch verflucht fühle ich mich von keiner meiner Feen, auch wenn ihre Gaben zuweilen zweischneidig sein mögen.
Und was sind Gaben, wenn das Schicksal nicht gnädig ist?
Welche also ist die Schicksalsfee?
Die Fee, ohne die es keinen Fluch gäbe, aber eben auch kein Märchen, keine Rettung, kein Happy End, sondern nur ein durchschnittliches Prinzessinnenleben.
Betrachte ich die Wölfin, als wäre sie das Finale meines literarischen Werdegangs, und nicht sein Auftakt – Aber wachgeküsst werden ist ja auch nicht das Finale einer Liebesgeschichte. Nehme ich also die Perspektive der Wölfin ein, ist wahrscheinlich Eco die 13. Fee, steht er doch für alles, was es mir zunächst unmöglich erscheinen ließ, je wieder Fantasy zu schreiben. In dieser Perspektive, wäre dann vielleicht Funke die Fee, die den Todesfluch zu einem hundertjährigen Schlaf milderte.
Aber vielleicht ist auch alles ganz anders.
Ich danke Euch ein letztes Mal, dass Ihr diesen Feenpfad mit mir beschritten habt und auch an den ungemütlichen Stellen nicht von meiner Seite gewichen seid.
Und ganz nebenbei ist die Zeit vergangen. Die letzten Monate der langen 100 Jahre.
Denn wahrscheinlich bin gar nicht ich das Dornröschen, sondern eine richtige Prinzessin oder wenigstens der Roman, den ich nach ihr benannt habe.
Es war mir eine Ehre, mit Euch zu reisen und ich hoffe, dass unsere Wege sich noch oft kreuzen werden.



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